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Schimmelpilzbildung auf Silikon-Fugen - muss das sein?

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Pilzbefall einer SilikonfugeImmer wieder wird von Schimmelpilzbildung auf Silikonfugen berichtet und dieses Thema hat nichts an Aktualit√§t verloren. Im Gegenteil! Knappe Kassen und das h√§ufig propagierte "Geiz ist geil" veranlassen so manchen Mieter und Hausbesitzer zu vermeintlichen Sparma√ünahmen wie Verringerung der Raumtemperatur und selteneres L√ľften - ein folgenschwerer Fehler.

Doch wo kommt der Schimmelpilz eigentlich her? Was k√∂nnen Hersteller und Hauseigent√ľmer bzw. Mieter dagegen tun? Und wann ist die Silikonfuge wirklich nicht mehr zu retten? Diese Fragen und mehr wollen wir im Folgenden n√§her beleuchten.


Wodurch entstehen Schimmelpilzbeläge?

Mit den Schimmelpilzsporen verh√§lt es sich √§hnlich wie mit den Staubk√∂rnchen. Sie befinden √ľberall in der Luft und setzen sich auch √ľberall ab. Solange es an ihrem Ablagerungsort trocken ist, passiert nichts weiter. Doch finden sie ausreichend Feuchtigkeit vor, werden sie aktiv.

Die Spore saugt sich mit Wasser voll und vergr√∂√üert ihr Volumen durch Aufquellen. An einer Stelle rei√üt die Keimhaut auf und ein Keimfaden w√§chst heraus. Durch seitliche Ausst√ľlpungen verzweigt sich dieser, so dass daraus ein Keim-Myzelium (Keimgeflecht) entsteht, welches sich im weiteren Entwicklungsverlauf kreisf√∂rmig ausbreitet. 

Aus mangelnder Unkenntnis wird dies h√§ufig der elastischen Dichtmasse angelastet. Es wird behauptet, der Schimmel w√ľchse aufgrund mangelnder Qualit√§t aus der Dichtmasse. Doch prinzipiell treten Schimmelpilzbel√§ge nur dann auf, wenn folgende drei Faktoren erf√ľllt sind:

  1. Hohe Feuchtigkeit mit geringer Luftbewegung (z. B. in K√ľchen, B√§dern, Duschen etc.)
  2. Wärme
  3. Nahrung in Form von organischen Ablagerungen (z. B. R√ľckst√§nde von Seife, Shampoo, Badezusatz, Kochdunst u. √§.) 

Organische Ablagerungen, wie sie unter Punkt drei genannt wurden, bieten eine hervorragende Nahrungsquelle f√ľr Sporen und regen die Fortpflanzung stark an.

Schimmelpilzsporen gedeien am besten am w√§rmsten Fl√§chenteil des Fliesenbelages. Und das ist aufgrund ihrer schlechten W√§rmeleitf√§higkeit die dauerelastische Silikonfuge. Nach Aufzehrung ihrer Nahrung sterben die Sporen ab. Sie bleiben als schwarze, rote, braune oder gr√ľne Flecken auf der Dichtmasse zur√ľck.


Was können die Hersteller von Silikon-Dichtmassen gegen Schimmelpilzbildung tun?

Hersteller von Silikon-Dichtmassen sind in erster Linie verantwortlich f√ľr die Qualit√§t und die Eigenschaften des Produkts.

Mit der √Ėlkrise in den 70er Jahren und den damit einhergehenden Sparma√ünahmen, wie Reduzierung der Raumtemperatur tauchte auch die Schimmelpilzbildung auf Silikonfugen als neues Problem auf. Seither wurden die Silikon-Dichtstoffe durch die Hersteller stets weiterentwickelt und die Produkteigenschaften verbessert.

Die meisten der heute auf dem Markt befindlichen Silikon-Dichtstoffe enthalten fungizide (pilztötende) Zusätze. Sie zerstören den Schimmelpilz. Dringt der Keimfaden in die Dichtmasse ein, wird das Fungizid aufgenommen. Der Pilz wird direkt in der Zelle zerstört.

Das klingt gut. Aber warum kommt es trotzdem zur Schimmelbildung? Nun, diese pilzt√∂tende Eigenschaft ist keine Dauerwirkung! Das Fungizid kann sich im Laufe der Zeit auswaschen und die Wirkungsweise wird durch die Wirkung selbst (Verbrauch durch Aufnahme) reduziert. Eine Langzeitwirkung k√∂nnte mit stark giftigen Chemikalien, wie Arsen- oder Quecksilberverbindungen erzielt werden. Doch das verbietet sich im Interesse der Umwelt und der Endverbraucher von selbst. 


Was können Hausbesitzer/Mieter tun?

Die Praxis zeigt, dass immer wieder Muationen von Schimmelpilz-Gattungen auftreten, die gegen die eingesetzten Fungizide resistend sind. Das hei√üt, gegen heute wirksame Mittel k√∂nnen die Pilze iin einigen Jahren widerstandsf√§hig sein. 

Um der Schimmelpilzbildung bereits im Fr√ľhstadium entgegenzuwirken, ist es notwendig, den Sporen keine M√∂glichkeit zum Wachstum und zur Fortpflanzung zu geben. Deshalb ist es wichtig, die Silikonfuge regelm√§√üig zu reinigen, nach dem Baden oder Duschen nochmals kurz abzusp√ľlen und mit einem Tuch trockenzureiben. Wird der Raum zus√§tzlich gut bel√ľftet, wird die Schimmelpilzbildung generell deutlich reduziert. 

Was aber, wenn die Silikonfuge bereits einen leichten Oberflächenbefall aufweist? Dann besteht die Möglichkeit, diese Beläge mit Reinigern, die Chlorbleichlauge enthalten, zu entfernen. Die regelmäßige Wiederholung dieses Vorgangs (aller 2 - 3 Monate) verhindert dauerhaft den weiteren Befall. Vorausgesetzt, die oben beschriebene Reinigung und Pflege wird ebenfalls umgesetzt.

Haben sich die Schimmelsporen in der Dichtmasse bereits festgesetzt, hilft nur noch ein konsequentes Herausschneiden der Silikonfuge mit anschließender Neuverfugung durch den Fliesenlegerfachbetrieb. Und auch danach gilt:

  • regelm√§√üig pflegen
  • regelm√§√üig s√§ubern
  • gut trocken und
  • Raum gut l√ľften

 

 
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