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Das Berufsbild des Fliesenlegers

fliesenleger

Der Beruf des Fliesenlegers ist einer der anspruchsvollsten im Baugewerbe. Die genaue Berufsbezeichnung lautet "Fliesen-, Platten- und Mosaikleger". Doch gemeinhin wird dieser Beruf kurz als "Fliesenleger" bezeichnet. Und bei dieser kurzen Bezeichnung wollen wir im Folgenden der Einfachheit halber auch bleiben.

Der Fliesenleger ist im Ausbaugewerbe tätig. Er versieht Wände und Fußböden mit einem Belag. Dieser Belag kann aus Fliesen, aus Naturstein, aus Feinsteinzeug, aus Betonwerkstein oder aus Glas bestehen. Sein Arbeitsbereich erstreckt sich vom Wohnungs- und Gewerbebau bis hin zu allen Bereichen, in denen Hygiene erstes Gebot ist, also bspw. Schwimmbäder, Kliniken, Küchen oder Labors. 

Fliesen und Platten werden zwar in erster Linie wegen ihrer nutzbringenden Eigenschaften verlegt, aber sie sind natürlich auch wunderbare Gestaltungselemente. Deshalb wird vom Fliesenleger erwartet, dass er mit Farben und Formen umzugehen versteht und dahingehend Kreaitvität und eigene Ideen mitbringt.

Die Aufteilung eines Fliesen- oder Plattenbelages unterliegt gestalterischen Richtlinien und festgelegten Normen (DIN). Da jede Baustelle unterschiedliche Raummaße und Voraussetzungen mitbringt, muss der Fliesenleger in der Lage sein, genaue Berechnungen durchzuführen, um diese Richtlinien und Normen zu erfüllen. Darüber hinaus benötigt der Fliesenleger genaueste Kenntnisse über die Eigenschaften und Verhaltensweisen der von ihm verwendeten Produkte, wie Fliesenkleber, Fugmörtel, Abdichtungsstoffe usw. Die ständige Weiterbildung und Informationsbeschaffung ist daher oberstes Gebot.

Häufig zählt auch die Ausführung gewerbenaher Leistungen zu den Aufgaben des Fliesenlegers. So muss er zum Beispiel Trockenbau- und Putzarbeiten, Nivellierungen und Abdichtungen fachgerecht ausführen oder Ablagen und Nischen konzipieren und mit geeigneten Materialen ausbilden können.

Im üblichen Bauablauf arbeitet der Fliesenleger zwischen den Gewerken Klempner und Maler. Häufig erfordern die Terminpläne der Baustellen jedoch ein paralleles Arbeiten dieser drei Gewerke, wobei nicht selten noch weitere Gewerke hinzukommen. Absprachen, Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen den Gewerken sind hierbei unabdingbar. 

Fliesenleger sind meist in kleineren Gruppen von bis 5 Personen auf den Baustellen zu finden. Aber sehr häufig arbeitet der Fliesenleger auch allein oder zu zweit, so z. B. im Wohnungsbau.

Vorraussetzungen

Um den Beruf des Fliesenlegers zu erlernen, ist ein Haupt- oder Realschulabschluss notwendig. Der künftige Lehrling sollte gute Leistungen in Mathematik, Geometrie, Physik und Deutsch vorweisen können. Darüber hinaus werden handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Kreativität sowie Sinn für Farben und Formen gefordert. Eigeninitiative, vorausschauendes Denken und Teamgeist sind wichtige Eigenschaften, die der künftige Fliesenleger aufweisen sollte.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung zum Fliesen-, Platten und Mosaikleger dauert 36 Monate. Im ersten Ausbildungsjahr lernt der angehende Fliesenleger im Berufsschulunterricht wichtige fachtheoretische Inhalte und startet in überbetrieblichen Ausbildungszentren (ÜAZ) seine ersten praktischen "Gehversuche". Während des zweiten Jahres erfolgt die Ausbildung in Form eines blockweisen Berufsschulunterrichts und blockweiser praktischer Ausbildung im Ausbildungsbetrieb sowie im ÜAZ. Das dritte Ausbildungsjahr absolviert der Lehrling größtenteils im Ausbildungsbetrieb.

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildungsinhalte sind sehr zahlreich. Deshalb an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und keine Änderungen in der Ausbildungsverordnung und in den Lehrplänen berücksichtigt:

  • Grundkenntnisse der Baustelleneinrichtung, des Baustellenablaufs und der Baustellensicherungsmaßnahmen
  • Kenntnisse der Stoffe und Materialien für den Ausbau
  • Grundkenntnise der Leistungsbeschreibung und Arbeitsplanung sowie der Baustoffbedarfsermittlungen und Massenberechnungen
  • Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften
  • Herstellen einfacher Baukörper aus künstlichen Steinen und Bauplatten, Leichtbauwänden und abgehängten Decken
  • Aufstellen vorgefertigter Trennwände
  • Aufstellen einfacher Arbeitsschutzgerüste
  • Herstellen von Mörtel- und Betonmischungen
  • Herstellen von einfachem Wandputz und von Zementestrich
  • Herstellen von Sperrungen und Dämmungen
  • Ausführen von Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten
    • Kenntnisse der keramischen und nichtkeramischen Fliesen und Platten
    • Aufteilen von Wand- und Bodenflächen
    • Ansetzen und Verlegen von Wand- und Bodenfliesen und -platten
    • Verkleiden von Treppenstufen
    • Herstellen von Klein- und Mittelmosaikbelägen im Normal- und Dünnbettverfahren
    • Verkleiden von Körpern mit Fliesen und Platten
  • Lesen und Anfertigen einfacher Zeichnungen, Skizzen und Verlegepläne 
  • Herstellen von dauerelastischen Fugendichtungen

Weiterbildungsmöglichkeiten

Dem gelernten Fliesenleger stehen eine Reihe von beruflichen Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten offen. Sein weiterer beruflicher Werdegang kann ihn beispielsweise zum Vorarbeiter, Kolonnenführer, Bautechniker, Meister oder selbständigen Unternehmer führen. 

In zahlreichen Aus- und Weiterbildungen kann er seine Kenntnisse und Fähigkeiten ausbauen, spezialisieren und aktualisieren. Dazu gehören in erster Linie Produktschulungen und Fortbildungslehrgäng aber auch Fachmessen und Werksbesichtigungen.

Des Weiteren kann er eine Ausbildung zum Fliesen-, Platten und Mosaiklegermeister absolvieren. Über Voraussetzungen, Inhalte und Dauer der Ausbildung geben die Handwerkskammern oder auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Auskunft.

Der nächsthöhere und damit höchstmögliche Abschluss für den Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ist der Abschluss zum "Betriebswirt des Handwerks". Auch hier geben die Handwerkskammern gern Auskuft und halten entsprechendes Informationsmaterial bereit.

Literaturempfehlung

Broschüren-Titel: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger;
Herausgeber: Deutscher Handwerkskammertag;
Verlag: Verlagsanstalt Handwerk GmbH, Postfach 10 51 62, 40042 Düsseldorf; *
ISBN: 3-87864-270-9

 
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